Tageslosung
So brachten die Israeliten, Männer und Frauen, die ihr Herz dazu trieb, freiwillige Gaben zu allem Werk, das der HERR durch Mose geboten hatte.
2.Mose 35,29
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Dienstag, 01. Mai 2012
24.04.2012: Besuch der Hannover Messe
33 Schülerinnen und Schüler unterwegs zur größten Industriemesse der Welt
Mittwoch, 02. Mai 2012
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Donnerstag, 03. Mai 2012
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Freitag, 04. Mai 2012
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Samstag, 05. Mai 2012
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Sonntag, 06. Mai 2012
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Montag, 07. Mai 2012
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Dienstag, 08. Mai 2012
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Mittwoch, 09. Mai 2012
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Donnerstag, 10. Mai 2012
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Freitag, 11. Mai 2012
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Samstag, 12. Mai 2012
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Sonntag, 13. Mai 2012
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Montag, 14. Mai 2012
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Dienstag, 15. Mai 2012
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Mittwoch, 16. Mai 2012
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Donnerstag, 17. Mai 2012
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Donnerstag, 31. Mai 2012
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Der Weisenvater

Die Situation in Glaucha
1692 wurde Francke Pfarrer an St. Georgen in Glaucha. Dort herrschten schlechte wirtschaftliche Verhältnisse. Von 200 Häusern waren 37 Schank- und Wirtsstuben. Nach einer Pestepidemie in den Jahren 1682/83 war die Einwohnerschaft sehr geschrumpft (überdurchschnittlich viele Waisen). Francke bekümmerte sehr die grobe und gräuliche Unwissenheit der Armen und die Verwahrlosung der Kinder. Zunächst war Francke ratlos, wie man dieser Not beikommen könnte. Wie alle leidlich wohlhabenden Leute am Ort, lässt er einmal wöchentlich vor seiner Haustür Brot verteilen.


Erste Versuche die Not zu mildern

Ab Juli 1694 gibt Francke das Brot nicht mehr an der Haustür aus. Den armen Kindern will er das Schulgeld aus der Kollekte zahlen (Versuch scheiterte). Bei Studenten und anderen Leuten gibt er eine Spendenbüchse herum, mit der Zeit lässt der Spendenwille nach. In seinem Wohnzimmer befestigt Francke eine Büchse, über die er zwei Bibelzitate setzt. Das Werk beginnt.
Von 4 Talern und 16 Groschen zur Gründung der ArmenschuleDas Unerwartete geschieht. Eine Frau wirft vier Taler und 16 Groschen in die Büchse. Francke kauft davon 27 Schulbücher und bestellt einen Studenten, um mit dem Unterricht zu beginnen. Doch nur vier der ausgegebenen Bücher werden ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt. Francke kauft neue Bücher und verteilt sie nicht mehr. Ostern 1695 wird die erste Armenschule im Pfarrhaus gegründet. Wegen des sehr guten und liebevollen Unterrichtsstils gelangt diese Schule bald auch in Bürgerkreisen zu Ansehen. Viele Bürger bitten Francke für einen Groschen Schulgeld in der Woche auch ihre Kinder am Unterricht teilhaben zu lassen.

 

Das Pädagogium Regium

Viele Adlige wollten Franckes Studenten als Hauslehrer für ihre Kinder anstellen. Diese wollten jedoch in Halle bleiben und ihr Studium fortsetzen. Deshalb schlugen sie vor die Kinder nach Halle zu schicken. 1695 kaufte Francke ein benachbartes Haus und gründete darin das Pädagogium Regium, das die Adelskinder speziell auf ihr späteres Leben vorbereiten soll. Von einer nutzlosen repräsentativen Lebensführung sollten sie zu einer Haltung erzogen werden, in der sich lebendiges Christentum mit weltmännischer Bildung verbindet. Fächer wurden: Latein, Französisch, Englisch, Italienisch, Geschichte, Genealogie, Geographie. Für spätere Militärs und Verwaltungsbeamte wurden erteilt: Mathematik, Geometrie, Mechanik, Naturrecht, öffentliches Recht, Privatrecht und Volkswirtschaft. Viele hohe Offiziere besuchten diese Schule.

 

Franckes Finanzierungsmethode

Im Gegensatz zur damaligen Methode der Kapitalhäufung und Projektfinanzierung aus den daraus resultierenden Zinserträgen lebte das Werk Franckes von der Hand in den Mund und vom Vertrauen auf Gott. Dies beschwor Skeptiker herauf, aber die Anstalten haben in Erweckungskreisen zahlreiche Freunde und Spender, die oft genau im richtigen Moment den Stiftungen Beträge zukommen lassen. Darunter waren auch viele Adelige, wie der Geheimrat von Schweinitz und der Prinzgemahl von England. Francke bettelte nie, doch bei einem Besuch der Regierung von Berlin konnte er zahlreiche Vergünstigungen für sein Werk bewirken.

 

Ausdehnung der Schule, Gründung des Waisenhauses

Allmählich strömten immer mehr Kinder aus ganz Halle in die Schule, so dass Francke sich im Nachbarhaus zwei Räume dazumieten muss, um verschiedene Klassen anbieten zu können. Seine große Liebe waren die Waisenkinder, die er für den Schulbesuch belohnt. Als er merkt, dass die obdachlosen Kinder immer wieder in den Gassenjargon zurückfallen, ist das für ihn der Auslöser, ein Waisenhaus zu gründen. Im Winter 1695 setzt ein ununterbrochener Gabenstrom ein, so dass; er das Nachbarhaus kaufen und ein Waisenhaus für zunächst 18 Kinder mit Hausvater und Essgelegenheit für 24 Studenten (die dafür unterrichten mussten) bereitstellen kann. Von 1695-97 steigt die Zahl der Bewohner so stark, dass Francke ein zweites Nachbarhaus dazukauft. 1697 entwickelt Francke die Latina, eine Lateinschule, die begabte Kinder auf den Hochschulbesuch vorbereiten soll. Dabei nimmt er keine Rücksicht auf die Stände. Durch immer größere Ausdehnung wächst die Gefahr der Unübersichtlichkeit.

 

Besuch Neubauers in Holland

Am 2. Juni 1697 sendet Francke seinen treuen Gehilfen Neubauer nach Holland, in das gelobte Land der Armen-, Arbeits-, Alters- und Waisenhäuser, um zu Dienst und Besten des Waisenhauses die Anstalten der Waisen und Armenhäuser genau zu betrachten. Neubauer bekommt einen Fragebogen zu den unterschiedlichsten Hygienefragen mit. Doch diese Reise soll nicht nur neue Orientierung bringen, sondern auch Verbindung mit den Erweckungskreisen innerhalb der holländischen Kirchen herstellen. Das wird ein voller Erfolg. Ein großer holländischer Freundeskreis entsteht. Im Mai 1698 wird Neubauer vorzeitig von seiner Reise zurückgerufen, da das Werk ihn dringend braucht.

 

Neue Bauten und Institutionen

Das Werk wächst so stark, dass zwei Häuser nicht mehr genügen und Francke den ganzen Gebäudekomplex des früheren Gasthofes Zum güldenen Adler (Jes. 40,31) erwirbt. Kaum in Betrieb genommen, ist auch er zu klein. Deshalb beschließen Francke und seine Mitarbeiter einen großen steinernen und formschönen Hauptbau im Barockstil zu erstellen. Mit einem Startkapital von nur 100 Talern beginnen sie einen Bau, der 2.000 Taler kosten sollte. Hilfe kommt vom preußischen Staat, der ihnen 10.000 Mauer- und 30.000 Ziegelsteine schenkt und von vielen anderen Seiten. In diesem Zusammenhang spricht Francke oft davon, wie Gott ihm die Gaben zerbröckelt. Doch auch schwere Zeiten kommen, in denen er und seine Mitarbeiter manchmal sogar Kleidungsstücke verkaufen, um den Arbeitern am Abend ihren Lohn auszuzahlen. In das neue Gebäude werden eine Apotheke, ein Krankenhaus, ein Verlag, ein Buchladen und eine Druckerei eingegliedert. Nach 1700 entsteht hinter dem Haupthaus in schneller Folge eine lange Reihe von Gebäuden, in denen auch Handwerker- und Künstlerwerkstätten zur Deckung des Eigenbedarfs und zur Ausbildung untergebracht sind. Mit dem Neubau des Pädagogium Regium schließt sich der Komplex zu einer Schulstadt ab.

 

Das Schulsystem

An der Spitze steht das Pädagogium Regium, für Adelskinder. Für die künftigen Akademiker (Ärzte, Theologen und Juristen) ist die Latina da. Die meisten Kinder besuchen das Pädagogium (eine Art Realschule), das auf wirtschaftliche Berufe vorbereiten soll. Für die zukünftigen Handwerker besteht eine Bürgerschule.

 

Neuerungen

Francke trennt das Waisenhaus vom Armen-, Arbeits- und Zuchthaus. Die Waisenkinder werden nicht ausgenützt, sondern ihren Gaben entsprechend gefördert. Jedes Kind bekommt ein eigenes Bett. Mädchen können am Unterricht bis zur Hochschulreife teilnehmen. Die Lehrerbildung beschreitet mit dem seminarium praeceptorum neue Wege. Hemmungsloses Prügeln wird unterbunden. Einmal in der Woche werden die Kinder belohnt. Mittwoch und Samstag sind Repititionstage. Gleichzeitig werden jeweils nur drei Fächer unterrichtet.

Die Stiftungen beim Tode Franckes
Bei Franckes Tod lernten, lehrten und arbeiteten ca. 3.000 Menschen, davon 2.000 Schüler, 1.000 Lehrer, Handwerker, Wirtschaftsangestellte, Ärzte, Krankenpfleger und Apotheker in den Anstalten. Dazu gehörten das Waisenhaus, verschiedene Schulen mit Schülerpensionaten, Krankenhaus, Apotheke; für den Eigenbedarf eine Bäckerei, Brauerei, Tischlerei, Schlachterei und Weberei; ferner der Verlag, die Buchhandlung, die Buchdruckerei, eine Bibliothek mit Naturalienkabinett und zahlreiche Ländereien.

 

Literatur:

  • Erich Beyreuther, Geschichte des Pietismus, Stuttgart 1978; Geschichte der Diakonie und Inneren Mission der Neuzeit, Berlin 1983; August Hermann Francke, Marburg 1987
  • Karl Aley, Vom Waisenknaben zum Waisenvater, Bonn 1987
  • Jörn Krause, Im Reich des Waisenhausvaters, Wochenbeilage der Hidesheimer Allgemeinen vom 14.12.1991

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