Tageslosung
So brachten die Israeliten, Männer und Frauen, die ihr Herz dazu trieb, freiwillige Gaben zu allem Werk, das der HERR durch Mose geboten hatte.
2.Mose 35,29
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Dienstag, 01. Mai 2012
24.04.2012: Besuch der Hannover Messe
33 Schülerinnen und Schüler unterwegs zur größten Industriemesse der Welt
Mittwoch, 02. Mai 2012
24.04.2012: Besuch der Hannover Messe
33 Schülerinnen und Schüler unterwegs zur größten Industriemesse der Welt
Donnerstag, 03. Mai 2012
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Freitag, 04. Mai 2012
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Samstag, 05. Mai 2012
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Sonntag, 06. Mai 2012
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Montag, 07. Mai 2012
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Dienstag, 08. Mai 2012
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Mittwoch, 09. Mai 2012
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Donnerstag, 10. Mai 2012
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Freitag, 11. Mai 2012
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Samstag, 12. Mai 2012
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Sonntag, 13. Mai 2012
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Montag, 14. Mai 2012
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Dienstag, 15. Mai 2012
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Mittwoch, 16. Mai 2012
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Donnerstag, 17. Mai 2012
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Freitag, 18. Mai 2012
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Dienstag, 29. Mai 2012
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Mittwoch, 30. Mai 2012
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Donnerstag, 31. Mai 2012
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Der Mann des Glaubens

Der griechische Philosoph Plutarch sagte einmal: "Der Geist ist nicht ein Schiff, das man beladen soll, sondern ein Feuer, das man entfachen muss." Dieses Feuer scheint bei August Hermann Francke lichterloh gelodert zu haben - und das in einer besonders bewegten Zeit. Der 30-jährige Krieg hatte für Jahrzehnte seine Spuren hinterlassen - Seuchen, Elend und eine unbeschreibliche Armut. Viele verwaiste Kinder schlenderten verwahrlost umher - ohne Ziel oder Sinn fürs Leben, ohne Obdach und Essen für den nächsten Tag zu haben. So lebten die meisten Menschen dann auch nach dem Motto: "Genieße das Leben heute, denn morgen bist du vielleicht tot." Jedes vierte Haus im Wohnort von Francke war "eine Kneipe". Ein Saufgelage folgte dem anderen. Schlägereien, Prostitution und Glücksspiele waren die Lieblingsbeschäftigungen sogar vieler Kirchenvorsteher.


In dieser Zeit, in der die Predigt die Ohren kitzeln sollte, das Reden wichtiger als das Handeln, und Belehrung wichtiger als das Beispiel wurden, entzündete Gott ein Feuer - ein Feuer, welches für arme, vernachlässigte, unerzogene Kinder brannte. Er fand es ungerecht, daß nur die Kinder eine Schulbildung bekamen, die auch zahlungskräftige Gönner hatten. Er sammelte Geld und gab es Kindern, damit sie ihre Lehrstunden bezahlen konnten - aber das Geld wurde nur für Saufen, Spielen und sonstige Laster ausgegeben. Francke verzweifelte jedoch nicht. Er kaufte Lehrbücher und gab mittellosen Kindern Unterricht in seinem Hause. Die Bücher wurden den Kindern für die Hausaufgaben mitgegeben - in den meisten Fällen sah Francke weder Bücher noch Kinder wieder. Dennoch brannte sein Verlangen, bettelnde Kinder nicht einfach vor der Tür abzuspeisen, sondern den Hunger nach Elternliebe und Zuneigung zu stillen.


1695 gründet er im Glauben die ersten Armenschulen und Waisenhäuser, obwohl das Geld dafür nicht vorhanden war. Gott erwies sich als sorgender Gott und gab das Nötige immer spätestens früh genug. Viele Gebetserhörungen ermutigten ihn, das Werk des Glaubens voran zu treiben. Die Erziehungsregel Nr.1 im Erziehungskonzept Franckes ist das "Brechen" des bösen Willens im Kinde, und zwar so früh wie möglich. Man bedenke, dass er eine große Zahl schwererziehbarer Kinder hatte, an denen Eltern verzweifelten und diese zu ihm brachten. Francke pflegte zu sagen, dass diese Kinder eine gütige, feste Hand brauchen, die sie erzieht und bewahrt. Lehrer sollten in allen Belangen Vorbilder sein. Ihr Haus sollte immer und für alle offen sein. In der Schule sollte jede Gelegenheit zum persönlichen Gespräch genutzt werden. Persönliche Worte der Anerkennung und des Lobes, sowie Ermahnungen der Kindergemüter sollten möglichst nicht in der Gruppe ausgesprochen werden, sondern in Einzelgesprächen die meiste Wirkung zeigen.


In seinen pädagogischen Vorlesungen empfahl er Liebe und Geduld als wirksamer als die damals gängige Prügelstrafe. Strafe sollte nie in augenblicklicher Gemütswallung stattfinden, sondern erst nach sachlicher Überlegung. Zur Entfaltung des Kindes sei eine gleichmäßige gütig-ernste Atmosphäre das optimale Mittel. Seine Unterrichtsmethoden waren, trotz aller Einflüsse, zum größten Teil neuartig und wirken heute noch modern. Durchaus originell ist die Durchbrechung des starren Klassensystems. Jedes Kind treibt zur gleichen Zeit nur drei Schulfächer, und gemäß der erreichten Fertigkeit wird es einer entsprechenden Unterrichtsstufe zugeteilt. Alle 16 Wochen unterzieht sich der Schüler in seinen drei Fächern einer Prüfung, nach der er wieder neu eingestuft wird. Erst wenn ein Fach völlig durchlaufen ist, tritt ein anderes an seine Stelle. Der Mittwoch und der Samstag gelten als Repititionstage für die bereits absolvierten Fächer, damit nichts vergessen wird.


Jede Woche sollen die Kinder eine besondere Freude haben. Nach der Wochenschlussandacht verteilt man eine Semmel an jeden oder etwas Obst, worüber sich vor allem die Kleinen freuen. Die jährlich viermal stattfindenden Examina werden zu festlichen Angelegenheiten. Die Examina bekamen dadurch einen Erwartungs- und nicht Angstcharakter. Ein genau geregelter Tageslauf mit einem gesunden, pädagogisch glänzend abgewogenen Rhythmus, der von einer Beschäftigung zur anderen hinüberleitet, ließ den Tag wie im Fluge vergehen. In den Erholungsstunden wird im Botanischen Garten gearbeitet. Auch das Suchen von Heilpflanzen in Wäldern und Fluren bringt viel Abwechslung. Der Anstaltsarzt legt nachdrücklich Wert auf genügend Bewegung der Kinder. Das Sägen und Hacken von Holz ist bei Kindern sehr beliebt und kommt der Gesundheit entgegen. Man besucht auch Handwerker und Künstler in ihren Werkstätten und wird regelmäßig durch körperliche Arbeit aktiv. Man tischlert, zeichnet und fertigt Geräte für physikalische Experimente. Vom Schwimmen der Schüler in der Saale rühmt man schriftlich, dass nie jemand ertrunken sei.

 

Der Anatomieunterricht in allen Schularten wird nicht durch Papptafeln mit Abbildungen, sondern an Hundekadavern veranschaulicht, die vor den Augen der Kinder seziert werden. Von der ersten Schulsternwarte aus, beobachten die Schüler mit selbstgebauten Fernrohren die gestirnte Welt und treiben ernsthafte Astronomie. Da viele Schüler an mangelnder Elternliebe litten, waren Franckes beste pädagogische Mittel Gebet, Liebe, Geduld, kein unbeherrschter Zorn und keine Prügel. Sein unvergängliches Erbe besteht in der Wiederentdeckung des Vaterbildes für die Erziehung mit seiner unlöslichen Verbindung von Güte und Ernst. Dass wir bei der von ihm erreichten Stufe nicht stehen bleiben können und dass im Wechsel der Zeiten neue Erkenntnisse und Erfahrungen reifen, neue Bedürfnisse entstehen, ist selbstverständlich. Wünschenswert ist jedoch, dass ein kleiner Funke auf uns überspringt und in uns ein Feuer entfacht. Ein Feuer für die Kinder, ein Feuer für eine Schule, die auf interessante, sinnvolle Art und Weise verantwortungsvolle Nachfolger Jesu Christi heranzieht. Jesus spricht: "Ich bin gekommen, dass ich ein Feuer anzünde auf Erden; was wollte ich lieber, als dass es schon brenne!"

 

Literatur:

  • Erich Beyreuter: August Hermann Francke, Zeuge des lebendigen Gottes, Marburg an der Lahn,1987
  • Peter Menck: Die Pädagogik August Hermann Franckes, Hamburg 1959
  • August Hermann Francke: Pädagogische Schriften, Paderborn 1964
  • Justus Balzer: August Hermann Francke, Bielefeld und Leipzig 1907
  • Ernst Bunke: August Hermann Francke, Der Mann des Glaubens und der Liebe, Giessen 1960


Autor:

(c) Erich Albrecht. Vervielfältigung nur mit Genehmigung des Autors.

Email: e.albrechtahfs-detmoldde 

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