Schule vermittelt Verantwortung
Die Schülerinnen und Schüler sollen darauf vorbereitet werden, in Staat und Gesellschaft als mündige Bürger und Christen Verantwortung zu übernehmen.
1. Rahmenbedingungen
Die Schule erzieht zur persönlichen Verantwortung, indem sie den Schülerinnen und Schülern Maßstäbe, Regeln und christliche Werte an die Hand gibt. Sie schafft Rahmenbedingungen, die jedem Lernenden die Einsicht ermöglichen, dass eigenes verantwortliches Handeln notwendig ist. Dies ist ein kontinuierlicher Lern- und Erfahrungsprozess. Die Schülerinnen und Schüler sollen in der Begleitung durch die Lehrenden beim Übernehmen von Verantwortung erfahren, dass es sich lohnt, sich für etwas einzusetzen.
2. Schulalltag
Der Schulalltag bietet vielfältige Möglichkeiten, Verantwortung zu übernehmen: im Bereich des Lernens (Hausaufgaben, Projektlernen, Teamarbeit, Mitarbeit im Untericht, Arbeitsorganisation, ...), innerhalb der Klassen- und Schulgemeinschaft (Klassenbuchführung, Materialdienste, SV, Gottesdienste, ...), bei Aktivitäten, die von Schülerinnen und Schülern selbst organisiert werden (Bibelkreise, Schülerzeitungen, AG´s, Abschlussfeiern, ...) und bei der Berufsorientierung (Suche des Praktikumsplatzes, ...). Für die Ausführung dieser Aktivitäten benötigen sie Gestaltungsspielräume, in denen sie bewusst Verantwortung übernehmen können.
Christliche Werte umsetzen
Wesentliches Merkmal der August-Hermann-Francke-Schule ist ihre christliche Basis. Trägerschaft und Lehrerkollegium der Schule verstehen sich als bewusste Christen, die in einer persönlichen Glaubensbeziehung zu Jesus Christus stehen und denen die biblische Botschaft Leitlinien für ihren Lebens- und Arbeitsstil gibt. Daraus entsteht ein gemeinsamer Grundkonsens, der es ermöglicht, "Schule aus einem Guss" zu betreiben.
Die grundsätzlichen christlich motivierten Inhalte und Ziele unserer schulischen Arbeit sind dem "Pädagogischen Konzept der August-Hermann-Francke-Schulen" zu entnehmen. Dieses christliche Fundament wird in der Gestaltung des Schullebens und des Unterrichts an folgenden Punkten konkret:
Ziel der christlichen Erziehung ist es, die Schülerinnen und Schüler zu einer persönlichen Glaubensbeziehung zu Jesus Christus zu führen. Dabei wird die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen respektiert.
Die Lehrerinnen und Lehrer haben sich bewusst für ein Engagement an dieser Schule entschieden und sehen ihre Aufgaben in der Wissensvermittlung und Erziehung, aber auch in der christlich motivierten "Sorge um die Seele" der Schülerinnen und Schüler. Sie wollen als Christen Vorbilder für die Heranwachsenden sein und mit Offenheit und Gesprächsbereitschaft auf sie eingehen. Der Umgang miteinander soll von Liebe, Vergebungsbereitschaft, Gerechtigkeit und Respekt geprägt sein.
Die christliche Ausrichtung bestimmt auch die Auswahl der Unterrichtsinhalte im Rahmen der Richtlinien. Dabei wird die Absicht verfolgt, christliche Werte zu vermitteln, die Sozialkompe-tenz der Schülerinnen und Schüler zu stärken, sie zur bewussten Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Strömungen und zur Dialogfähigkeit hinsichtlich fremder Lebens- und Weltanschauungen zu erziehen.
Da die August-Hermann-Francke-Schule sich inhaltlich auf die Basis der Evangelischen Allianz stellt, wird nur Evangelischer Religionsunterricht angeboten. Die Teilnahme am Religionsunterricht ist für die Schülerinnen und Schüler, die an unserer Schule angemeldet werden, bis zur 13. Klasse verbindlich.
Einen wichtigen Aspekt christlicher Erziehung sehen wir in der Wertschätzung der Familie und darin, dass die Eltern die Hauptverantwortung für die Erziehung ihrer Kinder tragen. Daher ist unsere Gesamtschule eine Halbtagsschule, um die Kinder nicht den ganzen Tag dem familiären Umfeld zu entziehen. Insgesamt legen wir großen Wert auf die enge Zusammenarbeit mit den Eltern, die sich u. a. in Hausbesuchen des Klassenlehrers bzw. der Klassenlehrerin ausdrückt.
Jeder Unterrichtstag beginnt mit einer Andacht im Lehrerkollegium, auch jede Konferenz wird mit Andacht bzw. Gebet begonnen und abgeschlossen. Dadurch stellt sich die Lehrerschaft gemeinsam unter die Verantwortung vor Gott und die Perspektiven seiner Verheißungen für ihre Arbeit.
Jede erste Unterrichtsstunde beginnt mit einer Andacht in den Klassen und Lerngruppen. Darin sollen die Schülerinnen und Schüler ermutigt werden, sich selbst als wunderbare Geschöpfe Gottes anzunehmen, Antworten auf die Frage nach dem Sinn zu suchen, sich der Liebe Got-tes anzuvertrauen und ihr Verhalten nach christlichen Maßstäben auszurichten. Gemeinsames Singen und Beten stärkt außerdem die Gemeinschaft untereinander.
Zum Schuljahresbeginn, vor den Weihnachts- und Osterferien, sowie zum Schuljahresende werden gottesdienstliche Schulfeiern für die gesamte Schülerschaft veranstaltet, die von Schülerinnen und Schülern mit vorbereitet und durchgeführt werden. Darin werden zentrale Aspekte des christlichen Glaubens aufgenommen und in Beziehung zur Situation der Schülerinnen und Schüler gesetzt.
Klassenfahrten, Wandertage und alle anderen außerunterrichtlichen Veranstaltung beinhalten ebenso immer auch einen geistlichen Schwerpunkt. Gerade zu solchen Gelegenheiten ist es uns wichtig, den inneren Zusammenhang zwischen christlichem Glaube, Leben, Feiern und Spielen zu verdeutlichen.
In unregelmäßigen Abständen werden Vertreter christlicher Organisationen, christliche Liedermacher, Sportler u. A. eingeladen, um im Unterricht oder größeren schulischen Veranstal-tungen über ihr Leben und ihre Arbeit zu berichten. Im Sinne von "Öffnung von Schule" soll damit den Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit gegeben werden, ihren Horizont im Blick auf konkrete christliche Verantwortung weltweit, aber auch in Bezug auf ihr späteres berufli-ches Umfeld, zu erweitern. Teilweise ergibt sich daraus die Unterstützung eines Projektes (z. B. einer Schule in Südamerika)
Soziale Verantwortung wahrnehmen und einüben
Als Christen sind wir dazu aufgerufen, das Gebot der tätigen Nächstenliebe zu verwirklichen (Mt 22,36ff). Jesus selbst hat uns beispielhaft die Zuwendung zu den Schwachen und Ausge-stoßenen vorgelebt. Er hat die Menschen nicht nur von ihren Krankheiten, sozialen und mate-riellen Nöten befreit, sondern ihnen den Weg zum Glauben eröffnet. Die Bibel gibt an ver-schiedenen Stellen Hinweise darauf, auf welche Weise wir Jesu Beispiel folgen können:
Das Beispiel vom barmherzigen Samariter macht deutlich, dass die Not des Nächsten unbedingte Priorität vor den eigenen Interessen hat.
Gott begegnet uns in dem "Geringsten", der unsere Hilfe braucht. Der Dienst am notleidenden Menschen ist also immer ein Dienst für Jesus.
Die Bibel ruft uns auf, Menschen in aller Welt zu unterstützen, die in Not geraten sind. Eine besondere Verantwortung haben wir gegenüber Mitchristen.
"Suchet der Stadt Bestes" (Jer 29,7) das beinhaltet, dass wir Mitmenschen in unserem Umfeld und die Geschehnisse in unserer Stadt und unserem Land im Blick haben und mitgestalten.
Wir wollen unseren Schülerinnen und Schülern den von Gott gegebenen Auftrag zur Verantwortung für Menschen nahe bringen. Zugleich sollen sie befähigt werden, den oftmals rücksichtslosen und lieblosen Umgang von Schülerinnen und Schülern untereinander wahrzuneh-men und angemessen darauf zu reagieren. Wir helfen den Schülerinnen und Schülern zu lernen, wie sie soziale Verantwortung übernehmen können, indem wir ihnen Möglichkeiten aufzeigen, selbst in tätiger Nächstenliebe aktiv zu werden. Dabei sollten ihnen Eltern und Lehrer als Ansprechpartner in jeder Situation zur Verfügung stehen und ihnen Sicherheit vermitteln. Zur Vorbildfunktion des Lehrenden gehört es somit auch, sich mit Problemen und Konflikten der Schülerinnen und Schüler auseinanderzusetzen. Soziales Verhalten von Schülerinnen und Schülern, das sich besonders positiv abhebt, sollte ebenso anerkannt werden wie besondere schulische Leistungen
In folgenden Bereichen können Schülerinnen und Schüler soziale Verantwortung übernehmen:
Die Schülerinnen und Schüler werden angehalten, in Patenschaften Verantwortung für andere Schülerinnen und Schüler zu übernehmen.
Außerschulisches soziales Engagement findet durch die Schule Unterstützung, solange es die schulische Entwicklung der Lernenden nicht beeinträchtigt.
Praktische Aktionen wie ein Sponsorenlauf für Christen im Sudan, "Weihnachten im Schuhkarton" (Geschenke für Kinder in Not), Tombola für hilfsbedürftige Kinder, Besuche im Al-tenheim u. Ä. öffnen den Blick für hilfsbedürftige Menschen. Das beinhaltet nicht nur materielle Hilfe, sondern auch Solidarität und Gebet.
Im Rahmen der Berufswahlvorbereitung werden Schülerinnen und Schüler zu Praktika auch im sozialen und pädagogischen Bereich (Kindergärten, Krankenhäuser, Altenheime, Behin-derteneinrichtungen,...) ermutigt.
Im Religionsunterricht wird diese Thematik im 8. Jahrgang ausführlich in der Unterrichtsreihe "Diakonie" behandelt. Zu dieser Reihe gehört auch eine Exkursion zu diakonischen Einrichtungen, wie z. B. den von Bodelschwinghschen Anstalten in Bielefeld und Eben-Ezer in Lemgo.
Politische und gesellschaftliche Nachrichten verfolgen, Zeitung lesen und politische Meinungsbildung gehören zu den staatsbürgerlichen Aufgaben genau so wie die Ausübung des aktiven und passiven Wahlrechts. Gerade auch Schülerinnen und Schüler der christlichen Schule sollten lernen, diese Verantwortung zu sehen und wahrzunehmen.