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I
Die Schülerinnen und Schüler sollen - bezogen auf ihren weiteren Ausbildungsweg und ihre berufliche Zukunft - an der August-Hermann-Francke-Schule möglichst gute Qualifikationen erwerben können. Was wir unter guten Qualifikationen verstehen, basiert auf einer sicheren Beherrschung der Kulturtechniken, muss sich an den aktuellen Anforderungen der Arbeitswelt orientieren und schließt traditionelle Ansprüche wie die einer guten Allgemeinbildung mit ein. Neben der Wissens- und Wertevermittlung legen wir in der unterrichtlichen Arbeit einen Schwerpunkt auf die Vermittlung von Lernkompetenz, Methodenkompetenz und Strategien zur Problemlösung. Der Unterricht an der August-Hermann- Francke-Schule ist darauf ausgerichtet, ein hohes Niveau zu erreichen und zu halten. Nur so ist gewährleistet, dass die Abschlüsse, die die Schülerinnen und Schüler an unserer Schule erhalten, einen hohen Aussagewert haben. Äußere und innere Differenzierung sollen dazu beitragen, dass jede Schülerin und jeder Schüler in einem möglichst hohen Grad individuell gefordert und gefördert wird. Die Qualifikationen der Schülerinnen und Schüler manifestieren sich nur zum Teil in ihren Abschlüssen. Dabei machen wir den Wert eines Menschen nicht von seinen Leistungen abhängig.
II
Eine gute Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf ihren weiteren Lebensweg kann sich nicht in den oben genannten Zielen erschöpfen. An der August-Hermann-Francke-Schule sollen die Schülerinnen und Schüler eine möglichst weitreichende Sozialkompetenz entwickeln können. Teamfähigkeit, Hilfsbereitschaft, Engagement und die Fähigkeit zur Metakommunikation sind wertvolle Kompetenzen sowohl im privaten wie im beruflichen Leben. Die unterrichtliche Arbeit und das Zusammenleben innerhalb der Schule (z. B. in der Klassengemeinschaft) sind wichtige Felder, in denen solche Sozialkompetenzen eingefordert und gefördert werden. Eine bedeutsame Rolle spielt hier der Gedanke der christlichen Nächstenliebe. Wir wollen die Schülerinnen und Schüler an unserer Schule ermutigen und ihnen dabei helfen, von sich weg auf Andere zu schauen und das Bewusstsein dafür zu entwickeln, um so einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.
III
Die August-Hermann-Francke-Schule will den Schülerinnen und Schülern Raum geben, damit sie in ihrer Persönlichkeit reifen können. Im Rahmen der Schulwirklichkeit sollen die Schülerinnen und Schüler zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit ermutigt werden, indem sie lernen, immer besser ihre Stärken einzusetzen und mit ihren Schwächen umzugehen. In zunehmendem Maße sollen sie im Schulleben sowohl Eigenverantwortung wahrnehmen als auch Verantwortung für Andere und mit Anderen zusammen einüben. Mitgestaltung des Unterrichts, aktive Nutzung der Möglichkeiten innerhalb des Schulmitwirkungsgesetzes und Möglichkeiten zur Eigeninitiative der Schülerinnen und Schüler sind Beispiele für solche Übungsfelder. Wir wollen uns gemeinsam mit Eltern und anderen Bezugspersonen im Rahmen unserer Möglichkeiten um die seelische, geistige und lebenspraktische Entwicklung der Jugendlichen kümmern.
IV
Die Schülerinnen und Schüler unserer Schule durchschreiten wichtige und zum Teil belastende Phasen ihrer persönlichen Entwicklung, besonders während der Pubertät. Die August-Hermann-Francke- Schule will den Heranwachsenden Hilfestellung und Orientierungsmöglichkeiten bieten, damit sie eine schwierige Lebensphase durchstehen können. Diese ist gekennzeichnet durch offene Fragen und Probleme der Jugendlichen wie Identitätsfindung, Autoritätskonflikte, die Fragen nach Sinn und Wert-7-maßstäben, nach Berufsfindung, Geschlechterrollen usw. Hierbei wollen wir ihnen Hilfe und Orientierung aus dem christlichen Glauben heraus anbieten. Gesprächsoffenheit der Lehrerinnen und Lehrer, eine lebensnahe Auswahl der Unterrichtsinhalte und die schülerorientierte Gestaltung des gemeinsamen geistlichen Lebens (z. B. bei Andachten) tragen dazu bei. Dabei sind wir uns dessen bewusst, dass wir innerhalb unserer Schulwirklichkeit an Grenzen stoßen und auf die Zusammenarbeit mit Eltern und Gemeinden angewiesen sind.
Beschluss der Schulkonferenz vom 12.12.2000