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Schüler

Studienfahrt nach Ausschwitz

Im September nahmen 25 Schüler der 10. Klassen  an einer Studienfahrt nach Auschwitz und Krakau in Polen teil. Begleitet wurden sie von zwei Lehrern (Frau Westphal und Herrn Ehlebracht) und dem Bildungsreferenten Johannes Schröder von einer Jugendbildungsstätte in Vlotho.

Auschwitz war das größte nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager. Auschwitz ist weltweit zum Symbol für Holocaust, Völkermord und Nazi-Terror geworden. Ab Juni 1940 schickte die SS die ersten Transporte – in dieser Phase vor allem polnische Gefangene – in das Lager, das schon bald als besonders hart und grausam bekannt wurde. Aus allen von den Nationalsozialisten besetzten europäischen Ländern wurden Juden nach Auschwitz transportiert und dort zur Zwangsarbeit oder zum Tod in der Gaskammer "selektiert". Neben dem „Stammlager“ (Auschwitz I) wurde in drei Kilometern Entfernung 1941 mit dem Bau des Lagers Birkenau (Auschwitz II) begonnen. Dort wurden größere Gaskammern und Krematorien gebaut, um letztlich ungezählte Menschenmengen mit technischer Perfektion zu vernichten.Auschwitz ist folglich der größte Friedhof der Geschichte. Die Zahl der dort ermordeten Juden liegt nach Schätzungen über eine Million, auch Tausende Sinti und Roma und sowjetische und polnische Kriegsgefangene und Christen wurden in Auschwitz eingesperrt und 99 % davon getötet.  Am 27. Januar 1945 wurde Auschwitz von Soldaten der Roten Armee befreit.Die Gedenkstättenfahrt hatte das Ziel, auf und in dieses ‚schwarze‘ Kapitel deutscher Geschichte zurück zu blicken und die Erinnerung an das Grauen wach zu halten. Es ist wichtig, dass wir die Fakten kennenlernen und  versuchen, die Gründe für dieses entsetzliche, menschenverachtende und gotteslästerliche Morden zu verstehen  und uns  der historischen Verantwortung für die von unseren deutschen Vorfahren begangenen Gräuel zu stellen. Vor diesem Hintergrund wollten wir auch besonders als Christen  nach christlichen Werten, politischen Konsequenzen und nach christlichen Verhaltensweisen fragen, die in Zukunft ein menschliches, vorurteilsfreies, würdevolles  und demokratisches Miteinander der Menschen über die Grenzen hinweg ermöglichen.An einem Ort wie Auschwitz, wo dieses unglaubliche Grauen stattgefunden hat und man noch vieles im Originalzustand sehen und  begehen kann, konnten diese Anliegen natürlich besonders eindrücklich und anschaulich verfolgt werden. 

( von Andreas Ehlebracht )

Studienfahrt nach Auschwitz

Die Zeit für uns war sehr gut und informativ. Wir konnten während unseres Aufenthalts einmal das Stammlager (Auschwitz 1) und das Vernichtungslager Birkenau (Auschwitz 2) besichtigen. Das Stammlager wurde restauriert und zu einem Museum umfunktioniert, doch vieles  war noch original geblieben, wie z.B. Schuhe, Koffer und Haare der Gefangenen. Das Vernichtungslager Birkenau war noch viel größer als das Stammlager. Manches konnte man sich nur schwer vorstellen, weil das Geschehen so grausam war. So erfuhren wir etwas  über das „Sonderkommando“. Das war eine der schrecklichsten Arbeiten, die man sich nur denken kann. Und zwar wurden Gefangene ausgewählt, die die anderen Gefangenen vergasen und anschließend verbrennen mussten.   Wir hatten sogar das Vorrecht einen Zeitzeugen persönlich kennen zu lernen, der mehrere Konzentrationslager überlebt hat. Er erzählte uns vieles und  wir durften ihmnoch Fragen stellen. Das war sehr anschaulich und interessant. In Krakau besuchten wir die Schindler-Fabrik, die zu einem Museum umgebaut wurde. Das Museum war sehr gut gemacht, weil die Gestaltung der Räume zu dem Thema genau passte. Anschließend waren wir mit unserer ganzen Gruppe in einem jüdischen Restaurant zum Essen und konnten typische jüdische Musik hören. Jeden Tag haben wir noch einen Rückblick und eine kurze Andacht gemacht und am Sonntag einen Gottesdienst gefeiert , um noch einmal genau über das Thema nachzudenken.   (von Joanna H. )

Die Äußerungen und Kommentare einiger Schüler zeigen, dass die Eindrücke und Erfahrungen  sehr tiefgehend waren und unvergesslich bleiben werden:  

Ich bin erschrocken, geschockt, sprachlos. Man kann es sich fast nicht vorstellen. … Egal wie andere Menschen aussehen und an was sie glauben, es sind immer noch Menschen wie du und ich. (anonym)

Und immer wieder habe ich gedacht, dass ich ein solches Vorrecht hab,e heute zu leben. dass ich so etwas wie Auschwitz und die Weltkriege nicht erleben musste….Ich stelle mir jetzt immer wieder die Frage: Wie kann man solch einen Hass auf Menschen, auf Juden gehabt haben oder immer noch haben? Wie kann man Menschen so etwas nur antun, sie wie ein Tier oder ein Stück Dreck zu behandeln? Warum?  ( anonym )

Ich finde es schrecklich,  zu was Menschen fähig sind. Ich werde diese Erfahrung glaube ich niemals vergessen. Es ist eine der schlimmsten Sachen in der Menschheitsgeschichte. Ich werde die Bilder nie vergessen … . Jetzt ist mir klar geworden, was die Hölle auf Erden war. Es war Auschwitz. Ich hoffe, dass alle Menschen auf diesem Planeten erfahren, was dort geschehen ist.  (  Jonas F. )

Es gab nicht einmal eine letzte Ehre der Toten. Sogar ihre Asche wurde noch genutzt … Für mich ist wichtig geworden, dass es mich genauso treffen könnte und dass ich auch in eine jüdische Familie hineingeboren sein könnte. Mir ist auch der Respekt wichtig geworden vor Menschen, die diese Zeit überlebt haben. Genauso dass man Respekt vor allen lebenden Menschen haben sollte. Wir sind alle gleich.  ( Marleen D. )

Die Größe und Brutalität der KZs war mir nie so bewusst wie heute. … Mir ist wichtig geworden, dieses Thema zu respektieren und nicht wahllos damit herumzuwerfen.  ( Felix L. )

Mir ist jetzt erst bewusst geworden, was die Nazis wirklich gemacht haben. Ich frage mich bis jetzt noch, wie man so kalt sein kann. Die Größe des Konzentrationslagers hat mich erschreckt. (anonym)

Was ich für ein Bild habe? Ich habe ein Bild des Grauens, ein Bild von Elend, Leid und Unmenschlichkeit, das Bild von der Hölle auf Erden … Mir ist wichtig geworden, dass man erkennt, was ein Mensch erreichen kann, leider  in diesem Fall nur Schlechtes. Man sollte erkennen, dass man einem Menschen nicht  blinden Gehorsam leisten darf.  (anonym)

Als ich die Bilder von den Menschen gesehen habe, war ich so geschockt, ich habe nicht gedacht, dass Menschen so dünn werden können. Ich wusste, dass sie den Menschen zu wenig gegeben haben, aber doch nicht so heftig. … Ich weiß nicht wie die Nazis so blind sein konnten und die Menschen so verachtet haben. Allerdings wurden sie ja von Kind auf so geprägt und ich kann nicht beurteilen, ob ich anders gehandelt hätte. Die Nazis haben wirklich alles aus den Menschen herausgeholt, was sie konnten. Es ist schrecklich. Neni, schrecklich ist es nicht, es ist so schlimm, dass man keine Worte dafür finden kann.  ( anonym )

Wenn man im Geschichtsunterricht das Thema durchnimmt, kann es zwar interessant sein, man kann sich aber kein Bild davon machen, wie schlimm es damals gewesen sein muss. …Es ist ziemlich heftig,  so dabei zu sein.  (Dejan B.)

Dieses Verbrechen ist das schlimmste, was Menschen sich jemals angetan haben und es ist unentschuldbar. Deswegen denke ich,  sollte man dieses Verbrechen jedem erzählen, damit man nicht einfach wegguckt, wenn wieder so etwas jemals passieren sollte und damit der Nationalsozialmuss nie wieder an die Macht kommt. (Colin W.)

Man kann sich gar nicht vorstellen, wozu manche Menschen fähig sind.  Die gefangenen Kinder konnten sich ja nicht mal selbst wehren, sondern sie wurden missbraucht und ihnen wurde die letzte Menschenwürde genommen. (Joana Peters, Denise Brakhage)